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Ministerin Otte-Kinast: „2018 ist ein ganz bitteres Jahr für die Landwirte!“

Arbeitstreffen zur Dürre in Berlin „ein wichtiger Schritt“ – Erntebericht Ende August gründlich auswerten


Hannover/ Berlin. Eine erste Bestandsaufnahme der Dürre-Folgen auf die Landwirtschaft stand heute im Mittelpunkt eines Arbeitstreffens von Vertretern von Bund und Ländern im Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin. Dazu sagt Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast: „Das ist ein ganz bitteres Jahr für die Landwirte. Auch wenn die Ernte noch nicht vollständig eingebracht ist, steht fest, dass die Schäden durch die Dürre in Niedersachsen massiv sind. Vielerorts sind die Felder vertrocknet, das Getreide verkümmert, das Futter für die Tiere wird knapp!“

Das Arbeitstreffen heute in Berlin sei ein wichtiger Schritt für Bund und Länder, um einen ersten Überblick zu erhalten und sich über die bisherigen Maßnahmen auf Länderebene auszutauschen. Nun gelte es, den Erntebericht 2018 Ende August gründlich auszuwerten, dann können die tatsächlichen Ernteausfälle beziffert werden. Ministerin Otte-Kinast: „Bund und Länder werden nach Vorlage des Ernteberichtes gemeinsam über das weitere Vorgehen entscheiden.“

In dem Zusammenhang machte die Ministerin noch einmal auf die Maßnahmen aufmerksam, mit denen das Land die Landwirte in dieser schwierigen Situation bereits unterstützt. So plant das niedersächsische Landwirtschaftsministerium (ML), die Auszahlung der Direktzahlungen so früh wie möglich umzusetzen. Das ML geht davon aus, dass dies Anfang Dezember sein wird. Eine frühere Auszahlung ist nicht rechtssicher möglich, da im Vorfeld alle Kontrollen vollständig abgeschlossen sein müssen. Wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit hat das ML die ökologischen Vorrangflächen für Futtermittelzwecke freigegeben. Das Niedersächsische Finanzministerium hat außerdem mitgeteilt, dass für betroffene Landwirte die Möglichkeit besteht, Anträge auf Billigkeitsmaßnahmen oder Anpassung der Vorauszahlungen unter Einbeziehung der aktuellen Situation bei den niedersächsischen Finanzämtern zu stellen.

Die letzte lang anhaltende Trockenheit gab es im Jahr 2003, die diesjährige Dürre hat nach Einschätzung des ML aber schon jetzt weitreichendere Auswirkungen. Die Betroffenheit der Feldfrüchte hängt von der Wasserverfügbarkeit im Verlauf der Vegetationsperiode ab und ist örtlich und je nach Pflanzenart ganz unterschiedlich. Für Getreide und Raps wird je nach Art und Standort mit einem Minderertrag in der Größenordnung von 10 bis über 50 Prozent gerechnet. Bei Zuckerrüben und Mais, die lange Zeit von der warmen Witterung eher profitieren konnten, macht sich die Trockenheit inzwischen auf den meisten Standorten bemerkbar. Kartoffeln weisen ebenfalls einen verringerten Knollenansatz auf. Beim Grünland ist das Wachstum nach dem ersten Aufwuchs auf vielen Standorten praktisch zum Stillstand gekommen, so dass viele Betriebe bereits jetzt Winterfuttervorräte zur Versorgung des Viehs einsetzen müssen.

Artikel-Informationen

31.07.2018

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