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Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast und Umweltminister Lies wollen beim Thema Wolf stärker zusammenarbeiten

 
Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast, Umweltminister Olaf Lies und Niedersachsens Tierschutzbeauftragte Michaela Dämmrich trafen sich zum gemeinsamen Austausch

HANNOVER. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies und Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast haben sich in einem Gespräch darauf verständigt, beim Thema Wolf in Zukunft stärker zusammenarbeiten zu wollen. „Wir brauchen unbedingt eine weitere Professionalisierung im Umgang mit dem Wolf“, sagte Minister Olaf Lies nach dem Treffen im Umweltministerium in Hannover. „Im Klartext heißt das: Wir müssen unsere Informationspolitik verbessern, den Herdenschutz massiv ausbauen und eine schnellere Schadensregulierung bei Wolfsrissen erreichen. Darüber hinaus müssen wir aber auch noch mehr erfahren über den Wolf und sein Verhalten. Wir stehen zum Schutz des Wolfs als Art in Niedersachen. Aber wir brauchen dringend klare Leitlinien im Umgang mit dem Wolf. Die Sicherheit der Menschen hat dabei oberste Priorität. Für Tiere, die zur konkreten Bedrohung für Menschen werden könnten oder immer wieder wolfsabweisend eingezäunte Weidetiere anfallen und damit einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen, müssen rechtliche Grundlagen geschaffen werden, um sie schneller und konsequenter auch aus der Natur entfernen zu können. Das Umweltministerium hat als ersten Schritt die Förderkulisse für den Herdenschutz auf ganz Niedersachsen ausgedehnt. Ab sofort können Halterinnen und Halter von Nutztieren landesweit bei der Anschaffung von Elektrozäunen und / oder von Herdenschutzhunden mit unserer Unterstützung rechnen. Eine inhaltliche Überarbeitung der Richtlinie Wolf wird folgen, so dass dann unter anderem auch sogenannte Hobby-Tierhalter in den Genuss der Präventionsförderung kommen können. Vor allem aber sollten wir zügiger zu einer einfacheren und schnelleren Schadensregulierung bei Wolfsrissen kommen. Ein besonderes gemeinsames Interesse unserer beiden Ressorts liegt in einer weiteren Verbesserung des Herdenschutzes.“

Auch Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast betonte, dass sie bei gemeinsamen Themen, neben dem Wolf etwa auch beim Wasserschutz, Bodenschutz oder dem Artensterben, eine enge Zusammenarbeit mit dem Umweltminister anstrebe. „Beim Thema Wolf bin ich den Interessen der Landwirte verpflichtet, denn es geht um einen wirksamen Schutz unserer Nutztiere. So müssen wir uns angesichts des Rudels in Cuxhaven schon bald um Lösungen bemühen. Es geht aber auch um den ländlichen Raum insgesamt, ob es allgemein die freie Landschaft betrifft oder besondere Erholungsgebiete, oder zum Beispiel Urlaub auf dem Bauernhof oder Reitermöglichkeiten. Hier können Wolfsvorkommen ebenfalls zu wirtschaftlichen Schäden führen. Daher werde ich das gesamte Thema mit Nachdruck begleiten.“

Die Minister wollen zudem gemeinsam die rechtlichen Bedingungen prüfen, unter denen möglicherweise einzelne Regionen auch wolfsfrei gehalten werden können.

Nähere Informationen für Nutztierhalter finden Sie auch in entsprechender Richtlinie zum Thema Wolf.

Artikel-Informationen

08.12.2017

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